Sterbefall

Nachsendeauftrag im Sterbefall

Ein Sterbefall ist eine traurige und erschütternde Angelegenheit, vor allem, wenn er plötzlich und unerwartet erfolgt. Die meisten Menschen werden in einer solchen Situation in der Regel nicht an die Post des Verstorbenen denken. Die Folgen könnten jedoch erheblich und unübersehbar sein, wenn wichtige Briefe und andere Sendungen nicht mehr zugestellt werden können, etwa Einschreiben oder Bescheide von Behörden, Rechnungen oder Nachrichten von Freunden und Bekannten des Toten, die keine Kenntnis von seinem Ableben erhalten haben. Vor allem für die Angehörigen und Erben ist es daher sehr wichtig, sich um die Sendungen an den Verstorbenen zu kümmern und für sie einen längerfristigen Nachsendeauftrag einzurichten. Hierfür bietet es sich an einen Nachsendeauftrag für die Post zu nutzen.

Ablauf und Sonderregelungen

Für einen solchen Nachsendeauftrag gelten zwar im Prinzip dieselben Bedingungen wie bei einem Umzug oder bei anderen Gründen, jedoch sind einige Besonderheiten zu beachten. Der Antragsteller muss in diesem Fall entweder ein Familienangehöriger sein oder eine Vollmacht vorweisen, die ihn zur Stellung eines solchen Antrags berechtigt. Diese Preise sind dieselben wie bei allen anderen Fällen einer Nachsendung. Bei der Antragstellung sollte man beachten, dass manche Mitteilungen an den Verstorbenen nur einmal im Jahr erfolgen könnten, etwa bei Versicherungen, so dass eine Laufzeit von 12 Monaten am ehesten zu empfehlen ist. Sechsmonatige Nachsendeaufträge können jedoch auch kurz vor ihrem Ablauf einmalig verlängert werden.

Nachgesandt werden einfache und eingeschriebene Briefe, Nachnahmesendungen, DIALOGPOST und DIALOGPOST (schwer) / DHL INFOPOST (falls die entsprechende Option gewählt worden ist), Postkarten, Bücher- und Warensendungen, Blindensendungen, Streifbandzeitungen und Telegramme. Bei der Nachsendung von Päckchen und Paketen wird ein Zusatzentgelt erhoben. Die Post kann auch in das Ausland nachgesandt werden. Nicht nachgesandt werden Infopost ohne Umhüllung, Express-Sendungen, Pressesendungen und Postvertriebsstücke. Eine Nachsendung in das Ausland ist bei DIALOGPOST, Warensendungen, Werbeantworten, Pressepost, Briefen mit den Zusatzleistungen Nachnahme und Wert, Paketen, Päckchen, Express-Sendungen und Post-Ident ausgeschlossen.

Auch im Falle der Nachsendung der Post von Verstorbenen gilt, dass der Briefkasten der alten Adresse nach der Antragstellung noch mindestens drei bis fünf Werktage für die Zustellung zugänglich sein muss. Um einen Missbrauch oder Betrug auszuschließen, schickt die Post nämlich zunächst einen Bestätigungsbrief an diese alte Adresse. Wenn dieser nicht zugestellt werden kann, wird der Nachsendeauftrag nicht eingerichtet. Außerdem sollte bei der neuen Adresse, zu der die Post gelangen soll, der Name des Verstorbenen zusätzlich am Briefkasten angebracht werden. Angehörige und Erben sollten auch darauf achten, dass es sich bei plötzlichen und unerwarteten Rechnungen an den Verstorbenen um einen Missbrauch oder einen versuchten Betrug handeln könnte, wenn Betrüger aufgrund von Todesanzeigen derartige Rechnungen versenden, ohne dass überhaupt eine Leistung erbracht wurde.