Insolvenz

Nachsendeauftrag wegen Insolvenz einer Firma

Eine Firmeninsolvenz ist ein schwerwiegender Einschnitt für ein Unternehmen, da sie oft dessen Ende bedeutet. In einigen Fällen besteht aber nach eingehender Prüfung durch den Insolvenzverwalter, die Möglichkeit, das Unternehmen noch zu retten. Eine Firmeninsolvenz bringt viele Probleme mit sich, sie kann sogar trotz voller Auftragsbücher eintreten. Ist ein Unternehmen in Zahlungsschwierigkeiten, so sollte eine vorläufige Insolvenz angemeldet werden, damit es nicht zu einer Insolvenzverschleppung kommt. Ein Insolvenzverwalter wird bestellt. Was wird nun eigentlich mit der Firmenpost? Sie sollte an den Insolvenzverwalter weitergeleitet werden, dazu kann ein Nachsendeauftrag bei Firmeninsolvenz eingerichtet werden.

Warum ein Nachsendeauftrag bei Firmeninsolvenz wichtig ist

Wurde ein Insolvenzverwalter bestellt, so sollte man keine Zeit mehr verlieren und einen Nachsendeauftrag bei Firmeninsolvenz stellen. Gerade bei einer Insolvenz kommt es darauf an, schnell auf Post zu reagieren. Besonders wichtig ist das bei Gerichtsbeschlüssen und anderen wichtigen Terminsachen, bei Rechnungen, Mahnungen und Pfändungen.

Der Insolvenzverwalter kümmert sich um die Angelegenheiten des insolventen Unternehmens, er muss Entscheidungen treffen und sollte daher die Post umgehend erhalten. Es ist zu umständlich, wenn das insolvente Unternehmen erst die Eingangspost bearbeiten und an den Insolvenzverwalter weiterleiten würde. Wird wichtige Post nicht schnell genug bearbeitet, so kann das mit weiteren Kosten und mit noch mehr Problemen für das insolvente Unternehmen verbunden sein. Außerdem ist es dem Unternehmen unter bestimmten Umständen gar nicht mehr erlaubt, noch Zugriff auf die eingehende Firmenpost zu haben und diese zu beantworten.

Was beim Nachsendeauftrag bei Firmeninsolvenz zu beachten ist

Bei einer Firmeninsolvenz, in die kein Insolvenzverwalter involviert ist, kann auch zum Beispiel der Firmeninhaber selbst einen Nachsendeauftrag stellen; beispielsweise, wenn ein Restaurant oder ein Ladengeschäft geschlossen wird und der ehemalige Firmeninhaber die noch anfallende Geschäftspost an seine Privatadresse nachgeschickt haben möchte.

Sobald jedoch ein Insolvenzverwalter eingeschaltet worden ist, muss dieser auch den Nachsendeauftrag beauftragen - er ist der neue Adressat. Nachgesendet werden können:

  • Briefe
  • Postkarten
  • Einschreibebriefe
  • Briefe mit Zustellurkunde
  • DHL INFOPOST / DIALOGPOST (schwer) (Zusatzleistung, kostenfrei)
  • Telegramme
  • Blindensendungen
  • Bücher- und Warensendungen
  • Päckchen und Pakete (Zusatzleistung, kostenpflichtig).

Bei einer Firmeninsolvenz ist es nicht sinnvoll, Bücher und Warensendungen sowie Pakete und Päckchen an den Insolvenzverwalter schicken zu lassen. Für diese Sendungen fallen zusätzliche Kosten an. Der Nachsendeauftrag bei Firmeninsolvenz ist ein geschäftlicher Nachsendeauftrag und kann online gestellt werden. Hat ein Unternehmen mehrere Tochterunternehmen, die ebenfalls von der Insolvenz betroffen sind, so muss für jedes einzelne Unternehmen ein Nachsendeauftrag gestellt werden. Im Antrag ist anzugeben, dass man den geschäftlichen Nachsendeauftrag einrichten will; ebenso ist der Grund anzugeben, in diesem Fall die Insolvenz. Man muss angeben, ab wann die Post nachgesendet werden soll, weiterhin ist anzugeben, ob die Nachsendung für sechs oder für zwölf Monate erfolgen soll. Neben der Adresse des insolventen Unternehmens ist die Adresse des Insolvenzverwalters bzw. die sonstige gewünschte Nachsendeadresse anzugeben. Nachdem eine Zahlungsart ausgewählt wurde, kann man den Antrag per Mausklick abschicken.

Kosten für den Nachsendeauftrag im Insolvenzfall

Ein geschäftlicher Nachsendeauftrag ist unabhängig von der Laufzeit immer teurer als ein privater Nachsendeauftrag. Es spielt bei den Kosten für den geschäftlichen wie auch für den privaten Nachsendeauftrag keine Rolle, aus welchem Grund er gestellt wird. Mehr Informationen erhalten Sie unter dem Menüpunkt "Kosten eines Nachsendeauftrages".

Dauer und Gültigkeit des Auftrags

Die Einrichtung eines Nachsendeauftrages dauert nicht lange. Nur etwa eine Viertelstunde dauert es, den Antrag online auszufüllen. Bei einer Insolvenz sollte gehandelt werden, sobald der Insolvenzverwalter feststeht und mit ihm vereinbart wurde, dass er die Firmenpost erhält. Man muss mit einem Zeitraum von fünf Werktagen rechnen, bis der Nachsendeauftrag wirksam wird und der Insolvenzverwalter die Post empfängt.

Auch bei einem Nachsendeauftrag wegen Firmeninsolvenz kann man zwischen zwei Laufzeiten wählen. Man stellt den Auftrag entweder für eine Laufzeit von sechs oder von zwölf Monaten. Hat man eine Laufzeit von sechs Monaten gewählt, so kann man den Nachsendeauftrag um weitere sechs Monate verlängern. Ist nach zwölf Monaten immer noch eine Nachsendung erforderlich, muss man den Nachsendeauftrag neu stellen. Man wird kurz vor dem Ende der Laufzeit informiert, dass der Nachsendeauftrag bald seine Gültigkeit verliert.